Seltene Wildbienen brauchen Schutzgebiete
Erfahren Sie mehr über die Wildbienen in Niederösterreichs Naturschutzgebieten und deren Besonderheiten!
Über 20 neue Wildbienenarten wurden bei einer Wildbienen- und Grabwespenerhebung des Naturhistorischen Museums in unseren Naturschutzgebieten entdeckt. Über mehrere Monate hinweg haben Forscherinnen und Forscher in den Schutzgebieten Niederösterreich nach Wildbienen gesucht und diese auch erfolgreich gefunden. Es handelt sich dabei um viele bedrohte und eigentlich fast ausgestorbene Wildbienenarten.
Unsere Naturschutzgebiete beweisen somit wieder wie besonders Niederösterreichs Naturland ist. Wildbienen sind besonders wichtig für unser Ökosystem, da ihre Bestäubungsleistung eine maßgebende Grundlage für viele Pflanzen bietet. Erfahren Sie mehr mehr über unsere besonderen Wildbienenarten der Naturschutzgebiete in unseren Gebietssteckbriefen.
Europaschutzgebiet Hundsheimer Berge
Der Hundsheimer Berg zeichnet sich durch wärmeliebende Wildbienen-Arten aus, die als Lebensraum Felssteppenrasen bevorzugen. Es finden sich an diesem Standort auch einige Arten, die den Pollen seltener, auf dem Hundsheimer Berg vorkommender, Pflanzenarten für die Aufzucht ihres Nachwuchses benötigen.
Folgende Bienen sind hier zuhause und kannst du im Europaschutzgebiet Hundsheimer Berge beobachten:
- Die Steppen-Buntbiene
- Die Lauch-Seidenbiene
- Die Große Spiralhornbiene
- Die Fächerfüßige Blattschneiderbiene
- Die Milchstern-Schuppensandbiene
Naturschutzgebiet Sandberge Oberweiden
Die Sandberge Oberweiden beherbergen einen geschlossenen Steppenrasen, der durch spätglaziale Flugsande gebildet wurde. Das wichtigste Schutzgut ist hier die nur mehr im Naturschutzgebiet vorkommende, besondere Steppenflora- und fauna. Darunter verstecken sich verschiedene äußerst seltene und gefährdete Wildbienenarten. Die offenen Sandbereiche dienen vielen Bienenarten als Niststandort.
Folgende Bienen nennen das Naturschutzgebiet Sandberge Oberweiden ihr zuhause:
Naturschutzgebiet Erdpresshöhe Lassee
Vegetationsarme Sandbiotope sind landwirtschaftliche Grenzertragsstandorte und werden oft anderweitig genutzt. Für Sandspezialisten in der Tierwelt hingegen bilden sie lebenswichtige Refugien. Das Naturschutzgebiet Erdpresshöhe Lassee bietet somit einigen seltenen von Sand abhängigen Wildbienen-Arten den geeigneten Lebensraum.
Wildbienen-Arten im Naturschutzgebiet Erdpresshöhe Lassee:
- Die Dünen-Steppenbiene
- Die Dünen-Pelzbiene
- Die Steppen-Goldfurchenbiene
- Die Flockenblumen-Langhornbiene
- Die Sandrasen-Kegelbiene
Naturschutzgebiet Glaslauterriegel-Heferlberg
Das Naturschutzgebiet Glaslauterriegel-Heferlberg zeichnet sich durch hügeliges Gelände entlang der Thermenlinie mit speziellem trockenem Klima aus. Der Lebensraum bietet Trockenrasen, Halbtrockenrasen, Waldsteppe und Flaumeichenwälder. Der große Struktur- und Pflanzenreichtum, sowie die wärmebegünstigte Lage bedingen auch eine enorme tierische Artenvielfalt – darunter seltene, oft auf bestimmte Pflanzen spezialisierte Wildbienen-Arten.
Besondere Wildbienen-Arten aus dem Naturschutzgebiet Glaslauterriegel-Heferlberg:
- Die Schneckenhaus-Wollbiene
- Die Große Spiralhornbiene
- Die Fächerfüßige Blattschneiderbiene
- Die Lauch-Seidenbiene
- Die Glockenblumen-Felsenbiene
- Die Rote Schneckenhausbiene
Naturschutzgebiet Goldberg
Der Goldberg ist 219 m hoch, aus Kalkschotter und Kalksanden aufgebaut und ragt zusammen mit dem nördlich gelegenen Reinspiegelberg und dem Zeiselberg deutlich aus der Ebene zwischen Fischa und Leitha heraus. Der Lebensraum wird von Trockenrasen dominiert, die vermutlich aus trockenen Waldsteppenresten hervorgegangen sind. Das Schutzgebiet liegt inmitten einer strukturarmen Agrarlandschaft – die Äcker reichen unmittelbar an das Schutzgebiet heran. Umso wichtiger ist das Gebiet für verschiedene, auch seltene Wildbienenarten, die hier noch einen brauchbaren Lebensraum finden.
Folgende Wildbienen-Arten lassen sich im Naturschutzgebiet Goldberg finden:
Naturschutzgebiet in den Sandbergen Drösing
Das Naturschutzgebiet "In den Sandbergen" liegt im Gemeindegebiet von Drösing an der March. Die Flugsande dieser Region wurden nach der letzten Eiszeit abgelagert. Die pannonischen Sanddünen des Marchfeldes zählen zu den trockensten und gleichzeitig auch wertvollsten Lebensräumen in Niederösterreich. Neben der eigentlichen Naturschutzfläche, die einerseits durch Beweidung, andererseits durch kleinräumigen Bodenabtrag und Entfernung von Gehölzen große offene Sandbereiche aufweist, bietet auch die Umgebung wertvolle Lebensräume, wie Teiche mit sandigen Uferbereichen oder blütenreiche Wegränder. Das Naturschutzgebiet ist aufgrund der Trockenheit eher blütenarm, es finden sich hier jedoch vom Aussterben bedrohte Spezialisten. Auch die Tierwelt und hier im Besonderen die Insektenvorkommen sind einzigartig. Neben bemerkenswerten Wildbienenarten sind vor allem seltene, auf Sandstandorte spezialisierte Grabwespen- und Heuschreckenarten zu erwähnen.
Die Wildbienen vom Naturschutzgebiet in den Sandbergen:
- Die Dünen-Pelzbiene
- Die Große Sandgängerbiene
- Die Dünen-Steppenbiene
- Die Steppen-Harzbiene
- Die Verkannte Goldfurchenbiene