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10 Tipps für glückliche Bienen

Bienen brauchen Heimat und Nahrung. Vielfältige und kleinräumig strukturierte Lebensräume garantieren ein artenreiches Blütenangebot über die ganze Saison hinweg. Diese werden vor allem durch landwirtschaftlich genutzte Flächen wie Dauergrünland, Wälder und blühende Kulturflächen gewährleistet. Nicht nur die Landwirtschaft, sondern alle können ihren Beitrag für glückliche Bienen leisten. Totholz, offene Bodenstellen, Brombeerranken oder leere Schneckenhäuser bieten Wohnraum.

Mit unseren 10 Tipps helfen Sie mit, den Bienen ein Zuhause zu geben und leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Artenvielfalt.

1. Natur pur im eigenen Zuhause

Der eigene Garten oder Balkon kann zu einer Oase der Artenvielfalt werden. Wer auf englischen Rasen und exotische Sträucher und Bäume verzichtet und in seinem grünen Reich die Natur walten lässt, holt sich viele Tier- und Pflanzenarten vor die Haustür. „Wilde Ecken“ im Garten, Laubhaufen und Altholz oder auch Nisthilfen für Insekten bieten oft auch seltenen Arten einen Lebensraum. Besonders die Bienen bedanken sich für das Anpflanzen von heimischen Arten mit der Produktion von herrlichem Honig.

2. Wildblumen und heimische Sträucher pflanzen

Für Bienen ist ein ausreichendes Nahrungsangebot in Form von Blüten in der Kulturlandschaft überlebenswichtig. Heimische Wildblumenarten wie Salbei, Malven, Akelei, Kartäusernelke, Majoran, Johanneskraut oder Skabiosen sind ein wichtiger Beitrag für die Artenvielfalt im eigenen Garten. Gleichzeitig stellen sie für Insektenfauna eine ideale Nahrungsgrundlage dar.

3. Der richtige Boden ist wichtig

Wer eine Ecke in seinem Garten in eine Blütenwiese verwandelt, sollte auf die Bodenqualität achten. Wildblumen brauchen mageren Boden mit weniger Nährstoffen. Das Abgraben der Grasnarbe und die Beimengung von Sand helfen dabei. Wildblumenwiesen brauchen keinen Dünger und kommen mit den auf natürlichem Weg gebildeten Mineralstoffen im Boden aus.

4. Leckereien von März bis November

Damit Bienen überleben können, brauchen sie vom zeitigen Frühjahr bis zum Spätherbst ausreichend Nahrung. Das lebenswichtige Nektar- und Pollenangebot kann durch den gezielten Anbau blühender Pflanzen von März bis November sichergestellt werden. Pflanzen mit unterschiedlicher Blütezeit bieten bis spät in den Herbst einen reich gedeckten Tisch für Bienen, Schmetterlinge, Käfer und andere Bestäuber.

5. Altholz für den Winter

Einige Insektenarten wie etwa manche Schmetterlinge überwintern als Puppe. Falllaub, Reisighaufen oder Altholz bieten dafür ideale Bedingungen. Aber auch in der warmen Jahreszeit werden diese Verstecke von den unterschiedlichsten Tiergruppen genutzt. So suchen sich auch Igel, Eidechsen oder Vögel hier gerne ein Plätzchen und ziehen ihre Jungen auf. Übrigens werden auch leere Schneckenhäuser von Wildbienen gerne als Unterschlupf angenommen.

6. Insektenhotel

Nisthilfen für Insekten müssen nicht immer "5 Sterne-Insektenhotels" sein. Einfache Maßnahmen wie Hölzer mit Bohrlöchern reichen vollkommen. Verwenden Sie dafür Laubholz von Ahorn, Buche, Linde oder Obstbäumen. Das Hartholz soll entrindet sein, als Durchmesser für die Löcher empfehlen sich drei bis zehn Millimeter. Die Wände der Löcher sollten möglichst glatt sein und das Sägemehl entfernt werden. Wählen Sie für die Nisthilfen einen sonnigen, vor Wind und Regen geschützten Platz und fixieren Sie das Holz, um ein Baumeln im Wind zu vermeiden. Gegen hungrige Vögel schützt ein Netz mit einer Maschenweite von drei Zentimetern vor der Nisthilfe. Die Einflugschneise für die Insekten sollte ansonsten möglichst frei sein.

7. Weniger ist mehr beim Mähen

Kahlgeschorene Rasenteppiche sind für Bienen und andere Insekten nutzlos, weil die Nahrung bietenden Blüten entfernt werden oder sich erst gar nicht entwickeln. Wer seine Wiese trotzdem gelegentlich mähen möchte, sollte auf das Timing achten. Ein guter Mähzeitpunkt ist entweder sehr früh oder spät am Tag, da Bienen meist um die Mittagszeit aktiv sind. Wenn möglich sollten benachbarte Wiesen zeitlich versetzt gemäht werden, damit die Bienen ausweichen können.

8. Die Reste zum Feste

Lassen Sie im Herbst die Überreste von größeren Pflanzen stehen. Einige Bienenarten nisten in den markhältigen Stängeln von Himbeere oder Königskerze. Die riesigen Halme von Sonnenblumen bieten Insekten und Spinnen einen idealen Rückzugsraum. Die Samen stellen im Winter auch für Vögel und Kleinsäuger eine wichtige Nahrungsquelle dar.

9. Bienen lieben Regionalität

Lebensmittel aus Bio-Landwirtschaft, die noch dazu regional und saisonal sind, verzichten auf bienenschädliche Pestizide und werden umweltfreundlich produziert. Regionale Bio-Säfte unterstützen den Erhalt wertvoller Streuobstwiesen, die im Frühjahr für Bienen ein wichtiger Nahrungslieferant sind. Mit 1 kg heimischem Honig wird die Bestäubung von 5 bis 7 Millionen Blüten gesichert, die dafür von Bienen besucht werden.

10. Artenvielfalt schützen

Bienen sind wichtige und wertvolle Mitarbeiterinnen für unsere Bäuerinnen und Bauern sowie für die gesamte Artenvielfalt in Fauna und Flora. Achten Sie deshalb auf die Bienen und betreiben Sie Pflanzenschutz nur sehr sorgsam und artgerecht und schützen Sie somit unser summenden Helfer.

Das tut die Landwirtschaft

Im Frühjahr ist in landwirtschaftlich genutzten Gebieten das Angebot an Blüten reichlich vorhanden. Nach der Ernte fehlen aber Blüten in diesen Regionen. Auf den abgeernteten Feldern können sich Bienen nicht mehr ernähren. Das Anlegen von Landschaftselementen wie Blühstreifen, Hecken oder Streuobstwiesen schafft Nahrungs- und Nistmöglichkeiten für Bienen. Die Reduktion des Einsatzes von Pestiziden und eine umweltschonende Bewirtschaftung sind wichtig, um die Vielfalt der Bienen
zu erhalten.

Auf mehr als 230.000 Hektar leistet die NÖ Landwirtschaft einen Beitrag zur Artenvielfalt. Fast 9.000 Hektar an Hecken, Streuobstbeständen und Feldrainen werden durch die NÖ Landwirtschaft gepflegt und erhalten. Auf 44.000 Hektar finden sich in NÖ Kulturen mit Blüten, die für Insekten interessant sind.

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