Logo Energie- und Umweltagentur NÖ

Nisthilfen für Wildbienen selbst bauen

Mit den ersten wärmenden Sonnenstrahlen beginnen die Wildbienen wieder zu fliegen. Nisthilfen im Garten helfen ihnen bei der Aufzucht ihrer Jungen.

Es muss nicht immer ein gekaufter Bausatz sein. Einfache Maßnahmen wie eine leere Blechdose mit hohlen Halmen oder Bündel von alten Zweigen und Ranken reichen, um den Wildbienen eine geeignete Kinderstube zu geben.

Natürliche Materialien eignen sich am besten

Schilfhalme und Bambusstängel sind bei Wildbienen besonders beliebt. Da das Ende der Röhre verschlossen sein soll, empfiehlt es sich, die Stängel nach einem Knoten auf eine Länge von rund 20 Zentimetern zu schneiden. Die Schnitte sollen glatt sein, damit sich die Bienen nicht an ausgefransten Enden die empfindlichen Flügel verletzen. Eine gute Gartenschere oder ein scharfes Messer schneiden die Halme, ohne sie dabei zu zerquetschen. Ein Bündel der Halme in eine alte Blechdose oder einzeln in einen Mauerziegel stecken und fertig ist die Wildbienen-Wohnung. Sind die vorderen Öffnungen bei einer Nisthilfe verschlossen,  sind die Halme bewohnt.  

Insekten brauchen kein 5-Sterne-Hotel

Einfache Maßnahmen wie Hölzer mit Bohrlöchern reichen vollkommen. Verwenden Sie dafür Laubholz von Ahorn, Buche, Linde oder Obstbäumen. Das Hartholz soll entrindet sein, als Durchmesser für die Löcher empfehlen sich drei bis zehn Millimeter. Die Wände der Löcher sollten möglichst glatt sein und das Sägemehl entfernt werden. Für die Löcher empfiehlt sich eine Tiefe von ungefähr 10 Zentimeter, wobei der Holzblock nicht durchgebohrt werden darf.

Wählen Sie den richtigen Platz für eine Nisthilfe

Wählen Sie für die Nisthilfen einen sonnigen, vor Wind und Regen geschützten Platz und fixieren Sie das Holz, um ein Baumeln im Wind zu vermeiden. Gegen hungrige Vögel schützt ein Netz mit einer Maschenweite von drei Zentimetern vor der Nisthilfe. Die Einflugschneise für die Insekten sollte ansonsten möglichst frei sein.

Wildblumen und heimische Sträucher pflanzen

Für Bienen ist das Vorhandensein von ausreichend Nahrung in Form von Blüten in der Kulturlandschaft überlebenswichtig. Heimische Wildblumen-Arten wie Salbei, Malven, Akelei, Kartäusernelke, Majoran, Johanneskraut oder Skabiosen sind ein wichtiger Beitrag für die Artenvielfalt im eigenen Garten. Gleichzeitig stellen sie für die Insektenfauna eine ideale Nahrungsgrundlage dar.

Leckereien von März bis November

Damit Bienen überleben können, brauchen sie vom zeitigen Frühjahr bis zum Spätherbst ausreichend Nahrung. Das lebenswichtige Nektar- und Pollenangebot kann durch den gezielten Anbau blühender Pflanzen von März bis November sichergestellt werden. Pflanzen mit unterschiedlicher Blütezeit bieten bis spät in den Herbst einen reich gedeckten Tisch für Bienen, Schmetterlinge, Käfer und andere Bestäuber.