Totholz ist Lebensraum für Bienen
Totholz ist lebendig. Erfahren Sie mehr zu seiner Bedeutung für Wildbienen und Co. und Tipps für Totholz im eigenen Garten.
Totholz ist weit mehr als nur abgestorbenes Holz. Zuallererst ist es selbst schon vielfältig. Egal ob liegend, hängend oder stehend: Totholz findet man in jeder Form. Viele Arten wissen das zu schätzen. Pilze, Moose, Flechten, Vögel, Insekten und Co. nutzen Totholz als Lebensraum.
Während viele Insekten ihre Eier in Totholz ablegen oder ihr weiteres Leben darin verbringen, wachsen manche Pflanzen sogar darauf. Wildbienen nutzen Totholz für ihre Nester und sind in der Umgebung als wichtige Bestäuber summend unterwegs, wie etwa in Obstgärten.
Mit Totholz Vielfalt im eigenen Garten schaffen
In den eigenen Garten können Sie mit Totholz Struktur bringen und so vielfältigere Lebensräume schaffen. Einzelne Äste, Baumstrünke oder ein Totholzhaufen in einer Ecke leisten bereits einen enormen Beitrag. Bei Totholzhaufen wird zuerst noch ein Loch ausgehoben, das mit Zweigen und Blättern befüllt wird. Igel nutzen die Haufen gerne als Schlafplatz und Eidechsen zusätzlich zum Sonnen. Wichtig ist eine ausreichende Besonnung, damit die Verwitterung trocken möglich ist und das Totholz möglichst lange Bestand hat.
Wer kreativer sein möchte, kann mit speziellen Totholz-Lebensräumen gezielt Insekten schützen.
Käferburg für weitere Insekten
Alle, denen Wildbienen nicht genug sind, können mit einer Käferburg noch mehr Sechsbeiner unterstützen. Dazu braucht man Holz von unterschiedlichen Laubholzarten und verschiedenen Zersetzungsgraden und Stärken. Am besten eignet sich ein sonniger und windgeschützter Standort in Gehölznähe (Hecke, Wald…).
Zuerst gräbt man eine circa 60 cm tiefe Grube auf einer Fläche mit einem Durchmesser von mindestens 2 Meter. Bei wasserundurchlässigen Böden benötigt man zusätzlich eine Abflussrinne. In die ausgehobene Grube steckt man dann aufrecht die Äste in unterschiedlichen Höhen und Abständen zueinander. Die Zwischenräume werden mit Erde und Sägespänen aufgefüllt. In der Mitte der Käferburg sollte ein holzfreier Raum bleiben, den die Käfer zur Eierablage und Verpuppung nutzen.
Um ein Zuwachsen der Fläche zu vermeiden, sollte regelmäßig rundherum gemäht werden. Alternativ kann man den Rand mit einer Kies- und Sandfläche ausfüllen.
Weitere wertvolle Totholzlebensräume
Statt eines Totholzhaufens kann man ebenso eine Totholzpyramide schaffen! Dazu werden dicke Baumstämme um einen Stamm in der Mitte, der im Boden befestigt ist, aufgeschichtet.
Außerdem kann man eine „Benjes-Hecke“ aus Totholz schaffen. Dazu werden Stecken im Boden befestigt und diese mit querliegenden Ästen verbunden. Die holzige Hecke kann dann mit anderen Materialien wie trockenem Gras, hohlen Stängeln oder leeren Schneckenhäusern befüllt werden.