Summendes Wissen

Die Rapsblüte ist eine wichtige Nahrungsquelle für Bienen.

Unsere Bäuerinnen und Bauern bieten den Bienen eine vielfältige Speisekarte.

Bienen sind für uns Menschen unersetzlich. Neben der Bestäubung von Pflanzen produzieren die fleißigen Bienen wohlschmeckenden Honig. Ohne den Anbau von unterschiedlichen Kulturpflanzen würde den Bienen eine wichtige Nahrungsgrundlage fehlen.

Raps zählt zum Beispiel zu der Lieblingsnahrung der Bienen - die NÖ Landwirtschaft bewirtschaftet ca. 23.000 ha Raps und trägt damit einen wichtigen Beitrag zu den ca. 5-8 Mio. kg Honig die in Österreich produziert werden, bei. Würden unsere Bäuerinnen & Bauern keinen Raps anbauen, hätten wir bei weitem nicht genug Honig in Österreich.

Auch jede und jeder kann selbst ganz einfach etwas zum Schutz der Bienen beitragen: eine blühende Hecke statt Thujen pflanzen oder Totholz als Nistplätze für Wildbienen in der Gartenecke liegen lassen - es geht ganz einfach!

Die Biene - Zahlen und Fakten

  • In Niederösterreich gibt es rund 62.000 Bienenvölker und rund 5.000 Imkerinnen und Imker.
  • Für 1 Kilo Honig sind ca. 150.000 Flugkilometer nötig.
  • Für 1 Kilo Honig müssen mehrere Kilo Blütennektar oder Honigtau gesammelt werden.
  • Für 1 Kilo Blütenhonig werden bis zu 2 Millionen Blüten besucht.
  • Eine Honigbiene fliegt mit ca. 30 km/h und rund 150 Flügelschlägen pro Sekunde.
  • Eine Sammelbiene unternimmt pro Tag bis zu 10 Ausflüge.
  • Eine Biene kann rund 45 Milligramm Nektar zusätzlich zu ihrem Körpergewicht in ihrer Honigblase transportieren.
  • Die Honigbiene wird seit 15.000 Jahren vom Menschen als Nutztier verwendet.
  • 80 Prozent aller Blütenpflanzen werden durch die Honigbiene bestäubt. Honigbienen sichern dadurch im EU-Raum die Bestäubung von 80.000 verschiedenen Pflanzenarten.

Das Leben der Biene

Die Honigbiene bildet als einzige Art große ausdauernde Staaten und kann durch die Ansammlung beträchtlicher Honigmengen als Volk mit ca. 12.000 - 15.000 Bienen überwintern. Innerhalb der Völker gibt es eine Arbeitsteilung. Jedes Volk hat eine Bienenkönigin. Diese legt die Eier. Die Arbeitsbienen machen Brutpflege und sammeln Pollen und Nektar. Die männlichen Bienen, die Drohnen, sorgen für den Fortbestand des Bienenvolkes.

Nach der Winterruhe starten die Bienen je nach Witterung Ende Jänner oder Anfang Februar mit dem Reinigungsflug ins neue Jahr. Dieser erste Ausflug ist besonders wichtig. Um Krankheitserreger im Bienenstock zu vermeiden, entleeren die Bienen den gesamten Winter lang ihre Kotblase nicht. Sobald es warm genug ist, verlassen sie den Bau und erleichtern sich.
Bei längerer ärmerer Witterung kann die Bruttätigkeit, speziell im Osten, bereits im Jänner beginnen.

Während die ersten Sammelbienen zum täglichen Sammeln von Pollen ausfliegen, setzt die Königin ihre Legetätigkeit fort. Für die anstehenden warmen Monate werden aufgrund der hohen Bienenaktivität viele fleißige Helfer gebraucht. Jahr für Jahr versammeln sich daher zwischen Ende Mai und Anfang September Drohnen aus verschiedenen Völkern. Sie warten dabei auf die Ankunft einer jungen, paarungsbereiten Königin, die ausschwärmt, um Bienenhochzeit zu feiern. Dieses Verhalten sichert einen Austausch an Genmaterial und verhindert Inzucht.

Zwischen Ende April und Anfang August sind die Bienen besonders sammelfreudig, da sie ihren Wintervorrat anlegen müssen. Erst 21 Tage nach dem ersten bleibenden Frost stellt die Königin ihre Legetätigkeit ein. Ab Ende August schlüpfen bis zum Ende der Brutzeit die Winterbienen. Diese leben 6 bis 8 Monate. Im Vergleich dazu lebt eine Sommerbiene nur 6 bis maximal 8 Wochen. Von November bis Februar herrscht Winterruhe im Bienenhaus.

Wie entsteht Honig?

Sammelbienen tragen im Umkreis von mehreren Kilometern Pflanzennektar oder Honigtau in ihrer Honigblase zum Bienenstock. Bei der Honigproduktion wird unterschieden, aus welchen Quellen der Rohstoff, also die zuckerhaltige Flüssigkeit für die Honigproduktion stammt. So sammeln Bienen Nektar von den Nektardrüsen der Pflanzen für die Produktion von „Blütenhonig“. Zur Produktion von „Waldhonig“ wird Honigtau, das sind die Ausscheidungen der verschiedenen Honigtauerzeuger (z.B. Schild-, Rinden- oder Blattläuse), gesammelt.

Die Bienen übergeben ihre Ladung an Stockbienen, die verschiedene Enzyme zusetzen und den Wassergehalt des eingetragenen Nektars stark reduzieren. Schließlich wird er in Honigwaben abgelagert und mit einem Wachsdeckel verschlossen.

Bei der Honigernte entnimmt der Imker diese Waben, entfernt den Wachsdeckel und der Honig wird in einer Honigschleuder aus den Waben gewonnen. Er ist somit ein Urprodukt, das in keiner Weise verarbeitet wird. Üblicherweise wird dreimal im Jahr Honig gewonnen, das erste Mal ab Mitte Juni, das letzte Mal im August.

Biene ist nicht gleich Biene

Bienen gelten als fleißige Insekten, doch produziert nur die Honigbiene (Apis mellifera) auch wirklich Honig. Daneben gibt es noch eine große Vielfalt an Wildbienen.

Mit fast 700 verschiedenen Wildbienenarten weist Österreich die höchste Bienendiversität aller mitteleuropäischen Staaten auf. Allein Niederösterreich verzeichnet mit 608 vorkommenden Spezies mehr Bienenarten als ganz Deutschland, Tschechien oder Slowenien. Gründe dafür sind das Zusammentreffen zweier Klimazonen und die große Bandbreite an unterschiedlichen Höhenstufen von der Ebene bis ins Hochgebirge. Die Palette an Lebensraumtypen reicht vom Steppensee und extremen Trockenstandorten bis zu den hochalpinen Lebensräumen im Gletschervorfeld.

Weltweit wurden bislang 20.214 Bienenarten beschrieben. Der Großteil der Wildbienen hat so zierliche Stacheln, dass diese die menschliche Haut nicht durchdringen.

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